Am Wochenende vom 18. auf den 19. Oktober 2025 kam unsere Landesdelegiertenversammlung erneut zusammen, um über wichtige Weichenstellungen für die kommende Verbandsarbeit zu beraten und abzustimmen. In konzentrierter und zugleich angenehmer Atmosphäre haben wir zahlreiche Themen bewegt, diskutiert und beschlossen.
Ein zentraler Punkt war die Einführung des digitalen Tools „Campflow“ für die gesamte Finanzverwaltung im Landesverband. Künftig sollen alle Ortsgruppen ihre Kassenbücher und Finanzprozesse über Campflow führen. Die Finanzierung des Tools wird vollständig vom Landesverband übernommen. Damit möchten wir sowohl die Arbeit der Schatzmeister*innen erleichtern als auch Transparenz und Einheitlichkeit in der Finanzführung stärken.
Im Zuge dessen hat die Versammlung außerdem eine Beitragserhöhung um 5 € für das Jahr 2026 beschlossen. Diese Anpassung dient zum einen der langfristigen Finanzierung von Campflow, zum anderen soll sie einen notwendigen Inflationsausgleich ermöglichen, um steigenden Kosten und zurückgehenden Fördermitteln entgegenzuwirken. Uns ist bewusst, dass Beitragserhöhungen nie leichtfertige Entscheidungen sind, doch sie sichern die Handlungsfähigkeit unseres Verbandes und die Qualität unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Ein weiterer großer Themenblock war die Überarbeitung der Landessatzung, der Landesordnung und der Landeswahlordnung. Neben inhaltlichen Aktualisierungen wurden alle Texte durchgängig gegendert, um unserer Verbandsrealität und unserem Selbstverständnis gerecht zu werden.
Besonders hervorzuheben ist zudem die Entscheidung, dass sich der Landesverband eine umfassende Finanzordnung gibt. Diese wird eine detaillierte Abrechnungsordnung enthalten und alle bisher auf verschiedenen Landesdelegiertenversammlungen beschlossenen Dokumente bündeln. Ziel ist es, mehr Übersichtlichkeit, klare Zuständigkeiten und ein besseres Verständnis sowohl innerhalb des Verbands als auch gegenüber externen Stellen zu schaffen.
Ein besonders bedeutender Moment des Wochenendes war die Wahl eines neuen Landesvorstands. Nach intensiver und engagierter Arbeit der vergangenen Amtszeit bedanken wir uns herzlichst bei Jule, Leo, Emma, Manja, Vincent und Kathi für ihre hervorragende Arbeit, mit der sie den Verband in den letzten Jahren geprägt haben. Gleichzeitig freuen wir uns sehr über das neu gewählte Team: Vincent Wolck übernimmt das Amt des Landesvorsitzenden und wird von Helene von Bötticher und (Dobby) Julius Fritsche als stellvertretende Vorsitzende unterstützt. Josephine Hoff wird künftig die verantwortungsvolle Rolle der Landesschatzmeisterin übernehmen. Wir blicken voller Zuversicht und Vorfreude auf die kommenden zwei Jahre und sind überzeugt, dass der neue Vorstand mit frischen Ideen, Energie und viel Engagement unseren Verband weiter stärken und gemeinsam mit uns alle anstehenden Herausforderungen meistern wird.
Wir bedanken uns bei allen Delegierten für die engagierten Diskussionen, verantwortungsvollen Entscheidungen und den konstruktiven Austausch. Die beschlossenen Schritte bilden eine wichtige Grundlage dafür, unseren Verband zukunftsfest aufzustellen und weiterhin verlässlich für Kinder und Jugendliche wirken zu können.
Wir haben einen neuen Namen! In Zukunft heißen wir Bund der Pfadfinder*innen. Diese Änderung des Verbandsnamens tritt sofort in Kraft und wird in allen künftigen Veröffentlichungen des Bundes, insbesondere im Zuge der Überarbeitung des Corporate Designs, unter Berücksichtigung eines nachhaltigen Übergangs umgesetzt. Ein entsprechender Antrag wurde am 25.05.2025 in die 53. Bundesversammlung eingebracht und beschlossen.
Der BdP hat sich zu diesem Schritt entschieden, da bereits unsere Gründer*innen mit dem Namen „Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder“ (als Fusion des Bundes der Pfadfinder und des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen) vor fast 50 Jahren zeigen wollten: Bei uns sind beide Geschlechter willkommen, wir arbeiten koedukativ. Selbst diese Gender-Form der Doppelnennung war damals nicht selbstverständlich, benannte der ähnlich alte DPV doch nur Pfadfinder und keine Pfadfinderinnen. Heute, kurz vor unserem großen Jubiläum, wissen wir: Es gibt mehr als zwei Geschlechter, die auch Teil des BdP sind, und in unserer Koedukation ausdrücklich willkommen geheißen werden. Es ist also im koedukativen Geiste unserer Gründung, mit der Namensänderung zu zeigen: Wir sind alle Geschlechter. In unserer täglichen Arbeit ist das Gendern bereits gelebte Praxis und aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken. Unser Verbandsname ist unser Aushängeschild und hat auch eine starke Signalwirkung: Er ist unsere beste Möglichkeit, die Diversität unserer Mitglieder (und der Gesellschaft) zu zeigen, und zu verdeutlichen, dass bei uns Menschen aller Geschlechter willkommen sind. Denn wir wollen vorangehen und auch in unserer Sprache unsere Werte zeigen.
Nicht alle Materialien, Websites und Dokumente werden nun auf einen Schlag geändert und können erstmal weiter verwendet werden. Es soll einen nachhaltigen Übergang geben. Im FAQ des Bundesverbandes wurden mögliche Fragen gesammelt und beantwortet. Rechtlich tritt der Name erst nach der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft. Unser Landesverband als Untergliederung und eigenständiger Verein muss die Namensänderung in seinem Vereinsnamen erst noch beschließen. Auf der letzten Landesversammlung wurde sich bereits mit dem Thema Namensänderung auseinandergesetzt, dennoch wird es noch eine Weile dauern bis wir dann auch offiziell „Bund der Pfadfinder*innen Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.“ heißen.
Eine historische Versammlung. Die fast 100 Delegierten fassten einen Beschluss zur Änderung unseres Verbandsnamens, mehr dazu hier. Außerdem wurde ein neuer Bundesvorstand gewählt. Die kommenden drei Jahre werden die beiden Bundesvorsitzenden Lukas Schmuck (LV Niedersachsen) und Marina Pyko (LV Sachsen) sowie Wanda Rosmus (LV Bayern) und Alexander Schmidt (LV Niedersachsen) als stellvertretende Bundesvorsitzende die Verbandsarbeit gemeinsam gestalten.
Weitere wichtige Beschlüsse
Außerdem haben wir einstimmig ein neues Schutzkonzept gegeben, welches dazu beitragen soll, den BdP zu einem sichereren Raum für Kinder und Jugendliche sowie alle seine Mitglieder zu machen. Basierend auf einer Kultur der Achtsamkeit beschreibt das Konzept Grundsätzliches zum Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt sowie konkrete Maßnahmen für alle Ebenen des BdP. Auch eine regelmäßige Evaluation, Anpassung und Weiterentwicklung ist vorgesehen.
Daneben hat der neue Bundesvorstand per Beschluss ein Mandat erhalten, eine gemeinsame Vision im Ring deutscher Pfadfinder*innen e.V. zu verabschieden, die die gemeinsamen Grundlagen und Ziele des RDP im Interesse aller Mitgliedsverbände beschreibt. Sie ist getragen von dem Geiste einer intensiven Zusammenarbeit, um Pfadfinden in Deutschland zu stärken. Ebenso wurde die Bundesleitung beauftragt, einen Prozess anzustoßen, der eine transparente und partizipative Auseinandersetzung mit und Diskussion um den historischen Kontext der Stufenbezeichnungen ermöglicht.